Vitamin D braucht Magnesium

Vitamin D braucht Magnesium

Eine kürzlich von der American Osteopathic Association veröffentlichte Studie wies nach, dass Vitamin D nur dann von unserem Körper verarbeitet werden kann, wenn er über ausreichend Magnesium verfügt. Der Grund hierfür ist, dass Vitamin D erst von einem inaktiven oder gelagerten Zustand in eine aktive Form umgewandelt werden muss, um seine biologischen Funktionen zu erfüllen. Für diese Aktivierung ist die Bioverfügbarkeit von Magnesium entscheidend.

Das Problem ist, dass die Versorgung mit Magnesium oft vernachlässigt wird. Speziell Menschen, die viele Fertigprodukte verzehren, weisen oft einen Magnesiummangel auf.

So zeigen bspw. Studien, dass Dreiviertel aller Amerikaner nicht ausreichend Magnesium zu sich nehmen. Wer also Vitamin-D-Präparate konsumiert ohne auf seinen Magnesium-Haushalt zu achten, speichert oft lediglich inaktive Vitamine.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist, dass eine ausgewogene Versorgung mit Magnesium und Vitamin D generell wichtig ist, um die Funktionalität vieler Organe zu erhalten.

Vitamin D hilft, die Balance von Calcium und Phosphat zu regulieren sowie gesunde Knochenfunktionen zu erhalten. Zudem wird es für die Zelldifferenzierung und die Regeneration verschiedener Organe benötigt. Magnesium aktiviert neben Vitamin D auch 600 Enzyme und ist für den Erhalt der physiologischen Funktionen von Zellen, Muskeln, Herz, Knochen, Zähnen sowie vielen anderen Organen erforderlich.

Neuste Forschungsergebnisse geben zudem Grund zu der Annahme, dass Magnesium die Aktivität von Vitamin D und somit dessen Effizienz sogar noch verstärken kann.

Eine ausreichende Magnesium-Versorgung ist also von besonderer Wichtigkeit – gerade auch bei Vitamin-D-Mangel.

Quellen:

Uwitonze, A.M., Razzaqu, M. (2018): Role of Magnesium in Vitamin D Activation and Function.

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Bioenhancer – Natürliche Verstärkung für die Gesundheit

Bioenhancer – Natürliche Verstärkung für die Gesundheit

Bioenhancer haben in den letzten Jahren verstärkte Aufmerksamkeit gewonnen.[1] Der Hintergrund für die Begeisterung für die überwiegend aus Pflanzen gewonnen Substanzen ist ihre Fähigkeit, die Bioverfügbarkeit und Effizienz von Medikamenten deutlich zu steigern.

Das Konzept entstammt dem indischen Ayurveda, welches bereits seit Jahrhunderten die Fähigkeit von Pflanzen wie langem Pfeffer (Piper longum) zur Verstärkung von Wirkstoffen einsetzt.[2] Bose berichtete 1929 erstmals darüber, dass langer Pfeffer den antiasthmatischen Effekt von Vasaka-Blättern verstärkt.[3] Etabliert wurde der Begriff schließlich fünfzig Jahre später von indischen Wissenschaftlern durch ihre Entdeckung und Validierung von Piperin als Bioenhancer.[4]

Vielfältige Wirkungsverbesserer

Bei der oralen Einnahme von Medikamenten stellt sich das Problem, dass sie vor ihrer Ankunft im systematischen Kreislauf zunächst Darmwand und Leber passieren müssen. Dort werden sie bereits von Enzymen wie CYP3A4 verstoffwechselt („First Pass Metabolismus“), bevor angemessene Plasma-Konzentrationen erzielt werden können.[5] Bioenhancer unterdrücken diese wirkstoffabbauenden Enzyme und schränken zudem u. a. die Darmproduktion von Glucuronsäure ein, so dass eine aktivere Form des Medikaments im Körper wirken kann.[6] Werden Medikamente also gleichzeitig mit Bioenhancern eingenommen, erhöht sich ihre Bioverfügbarkeit – d. h. der Wirkstoff steht dem Körper in einem höheren Ausmaß zur Verfügung und ist somit effizienter.[7]

Bioenhancer können eingesetzt werden, um Arzneimittel wie z. B. Antibiotika, Antimykotika sowie antivirale oder Antikrebs-Medikamente in ihrer Wirkung zu verstärken. Aber auch die orale Absorption von Vitaminen, Mineralien oder Aminosäuren wird durch Bioenhancer verbessert.[8]

Piperin

Der aktive Wirkstoff in langem Pfeffer ist Piperin. Es ist der erste und auch stärkste bekannte Bioenhancer.[9] Das Medikament Risorin kombiniert gezielt das Anti-Tuberkolose-Medikament Rifampicin mit Piperin und Isoniazid, da durch das Piperin die Dosis des Rifampicins um ca. 60 % (von 450 mg auf 200 mg) reduziert werden konnte.[10] Auch Nährstoffe profitieren von einer Piperin-Zugabe. In einer Studie nahmen Probanden Beta-Carotin entweder zusammen mit einem Placebo oder aber mit Piperin ein. Hier konnte Piperin eine AUC-Zunahme von 60 % erzielen.[11] Kombiniert man Piperin mit Curcumin wird dessen Bioverfügbarkeit sogar um 2000 % erhöht.[12] Darüber hinaus hat Piperin weitere positive Eigenschaften – so wirkt es z. B. entzündungshemmend[13], fiebersenkend oder antitumoral[14].

Curcumin

Trotz seiner eigenen schlechten Bioverfügbarkeit ist das Flavanoid der Kurkuma-Pflanze in der Lage, die Bioverfügbarkeit von Medikamenten zu steigern[15]. Es wirkt zudem u. a. antikanzerogen[16] und – wie Piperin – entzündungshemmend.[17]

Seine Wirkkraft zeigt sich auch z. B. im Kontext rheumatischer Arthritis. Im Zuge einer achtwöchigen Studie nahm eine Patientengruppe das Medikament Diclofenac Sodium, eine andere Curcumin und eine weitere eine Kombination von beidem ein. Die Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich diverser Kategorien zeigte, dass die Kombination mit leichtem Abstand am effektivsten war – dicht gefolgt vom Curcumin. Das Medikament allein schnitt insgesamt am schlechtesten ab. Zudem wurde festgestellt, dass Curcumin deutlich effektiver gegen Schmerzen half als das Diclofenac.[18]

Gewinnende Vorteile

Sowohl Hersteller als auch Patienten können durch die Nutzung von Bioenhancern profitieren. Aufgrund der erhöhten Effizienz kann die Dosis des Medikaments verringert werden – als Resultat sinken die Toxizität des Medikaments und somit auch das Risiko bzw. Ausmaß von Nebenwirkungen. Die Produktion bedarf zudem weniger Rohstoffe, so dass die Kosten für die Medikamente gesenkt werden können.

Quellen

[1] Atal, N.; Bedi, K.L. (2010): Bioenhancers – Revolutionary concept to market. Journal of Ayurveda & Integrative Medicine; 1:96-99.

[2] Singh S.; Tripathi, J. S.; Rai, N. P. (2016): An appraisal of the bioavailability enhancers in Ayurveda in the light of recent pharmacological advances. AYU 37:3-10.

[3] Bose KG (1929): Pharmacopoeia India. Calcutta, India: Bose Laboratories.

[4] Atal C.K. (1979): A breakthrough in drug bioavailability – a clue from age old wisdom of Ayurveda. I.D.M.A. Bulletin;10:483–4.

[5] Hetal, T.; Bindesh, P.; Sneha, T. (2010): A Review on techniques for oral bioavailability enhancement of drugs. International Journal of Pharmaceutical Sciences Review and Research 4(3) 203-223.

[6] Atal, N.; Bedi, K.L. (2010): Bioenhancers – Revolutionary concept to market. Journal of Ayurveda & Integrative Medicine; 1:96-99.

[7] Randhawa, G. K.; Kullar, J. K.; Rajkumar (2011): Bioenhancers from mother nature and their applicability in modern medicine. International Journal of Applied and Basic Medical Research 1(1):5-10.

[8] Dudhatra, G. B.; Mody, S. K.; et al. (2012): A Comprehensive Review on Pharmacotherapeutics of Herbal Bioenhancers. The Scientific World Journal 2012:637953.

[9] Atal, N.; Bedi, K.L. (2010): Bioenhancers – Revolutionary concept to market. Journal of Ayurveda & Integrative Medicine; 1:96-99.

[10] Chawla P.C. (2010): Resorine A novel CSIR drug curtails TB treatment. CSIR news 60:52–4.

[11] Badmaev, V.; Majeed, M.; Norkus, E. P. (1999): Piperine, an alkaloid derived from black pepper increases serum response of beta-carotene during 14-days of oral beta-carotene supple- mentation. Nutrition Research, vol. 19, no. 3.

[12] Shoba, G.; Joy D.; et al. (1998): Influence of Piperine on the Pharmacokinetics of Curcumin in Animals and Human Volunteers. Planta Med.: 64(4):353-6.

[13]: Mujumdar, A. M.; Dhuley, J. N.; et. al. (1990): Anti-inflammatory activity of piperine. Japanese Journal of Medical Science and Biology, vol. 43, no. 3, pp. 95-100.

[14] Parmar, V. S.; Jain, S. C.; Bisht K. S.; et al. (1997): Phytochemistry of the genus Piper. Phytochemistry, vol. 46, no. 4, pp. 597–673.

[15] Zhang W, Tan TM, Lim LY. (2008): Effects of spice constituents on P-glycoprotein-mediated transport and CYP3A4-mediated metabolism in vitro. Drug Metabolism and Disposition 36(7):1283–1290.

[16] Mahady, G. B.; Pendland, S. L.; Yun, G; Lu, Z. Z. (2002): Turmeric (Curcuma longa) and curcumin inhibit the growth of Helicobacter pylori, a group 1 carcinogen. Anticancer Res. 22 (6C): 4179– 81

[17] Basnet, P.; Skalko-Basnet, N. (2011): Curcumin: An Anti-Inflammatory Molecule from a Curry Spice on the Path to Cancer Treatment. Molecules 16:4567-4598.

[18] Chandran, B.; Goel, A. (2012): A Randomized, Pilot Study to Assess the Efficacy and Safety of Curcumin in Patients with Active Rheumatoid Arthritis. Phytotherapy Research 26(11):1719-25.

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Bioverfügbarkeit

Bioverfügbarkeit – Messlatte für Effizienz von Wirkstoffen
Der Begriff Bioverfügbarkeit beschreibt den Anteil einer verabreichten Dosis, der unverändert in die Blutbahn gelangt und vom Körperkreislauf genutzt werden kann. Die Bioverfügbarkeit stellt somit eine Messgröße dafür dar, wie schnell und in welchem Umfang ein Wirkstoff an seinen Zielort im Körper gelangt. An ihr lässt sich also die Effizienz eines Stoffes, ob nun Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel, erkennen. Bei einigen Nährstoffen kann zudem ihre Kombination eine sehr große Rolle spielen, da ihre Wechselwirkung die Bioverfügbarkeit hemmen oder steigern kann. Nutzen zwei Nährstoffe denselben Transportmechanismus auf dem Weg durch die Darmwand, behindern sie sich gegenseitig und nur einer von ihnen kann vollständig aufgenommen werden. Dies geschieht beispielsweise bei der Kombination aus Eisen und Kupfer. Wird Eisen oder Kupfer hingegen mit Vitamin C aufgenommen, erhöht sich die Bioverfügbarkeit des Eisens. Die Kombination von Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen erwies sich auch als sehr effektiv, wenn es um die Bioverfügbarkeit der Mikronährstoffe geht. Fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) erlangen, wie der Name schon sagt, eine höhere Bioverfügbarkeit, wenn man sie mit Ölen oder Fetten zu sich nimmt. Scharfe Gewürze wie Pfeffer (Piperine) oder Chili tragen auch dazu bei die Bioverfügbarkeit von polyphenolhaltigen Lebensmitteln um 2000 % zu steigern.
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PZN (Pharmazentralnummer)

Kennzeichnung der Arzneimittel durch den pharmazeutischen Unternehmer gemäß der Verpflichtung nach § 131 Absatz 5 SGB V:

  • Zur maschinellen Lesung und elektronischen Weiterverarbeitung der Pharmazentralnummer in der Apotheke und in den Handelsstufen.
  • Eindeutige Kennung der Pharmazentralnummer durch exklusiven Identifikator.
  • Standardisierte Darstellung der Pharmazentralnummer auf Arzneimittelpackungen.
mehr Informationen zum Thema Pharmazentralnummer erhalten Sie bei der IFA
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Medizinprodukt und Arzneimittel

Medizinprodukt und Arzneimittel – Wichtige Abgrenzung

Sowohl Medizinprodukte als auch Arzneimittel werden zur Verbesserung menschlicher Gesundheitszustände eingesetzt. Es gibt jedoch elementare Unterschiede zwischen den beiden Begriffen.

Generelle Definitionen

Arzneimittelprodukte wirken pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch. Besonders die Wechselwirkung zwischen den Arzneimitteln und dem Körper ist hier von entscheidender Bedeutung, da Arzneimittel direkt in biologische Systeme eingreifen.

Bei Medizinprodukten wird lediglich auf den Körper Einfluss ausgeübt – es besteht also keine Wechselwirkung. So wirken Medizinprodukte meist physikalisch oder physikochemisch und werden lokal eingesetzt. Zu ihnen gehören z. B. medizinische Instrumente, Geräte oder Produkte zur Transfusion, Infusion und Dialyse.

Abgrenzung und Berührungspunkte

Vereinfacht könnte man die Unterschiede auch so definieren: Medizinprodukte werden hauptsächlich durch medizinisches Personal angewendet – Arzneimittelprodukte hingegen verwendet der Verbraucher meist eigenständig. Da bei Medizinprodukten ihre physikalische Wirkung im Vordergrund steht, werden bei ihnen die Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft. Die Kontrolle von Arzneimittel hingegen fokussiert sich auf deren Wirkung und Nebenwirkungen.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen eine Zuordnung auf den ersten Blick erschwert ist. Enthält ein Medizinprodukt ein Arzneimittel, gilt es nur dann weiterhin als Medizinprodukt, solange das Arzneimittel lediglich eine unterstützende Wirkung hat.

Eine weitere Problematik stellen stoffliche Medizinprodukte dar, die in Darreichungsform und äußerer Erscheinung große Ähnlichkeiten zu einem Arzneimittel aufweisen. Hier ist die erwähnte Wirkfunktion entscheidend, d. h. wenn das Mittel allein physikalisch wirkt, ist es ein Medizinprodukt.

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Cellulose-Kapseln

Cellulose-Kapseln – Rein pflanzliches Kapselmaterial

Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneiwirkstoffe werden zu einem großen Teil in Kapselform verabreicht. Meist wird Gelatine für die Kapseln verwendet. Da Gelatine aus tierischem Bindegewebe hergestellt wird, hat dies jedoch zur Folge, dass Menschen mit einer vegetarischen oder veganen Lebensweise bzw. aufgrund kulturell-religiöser Hintergründe sie nicht verzehren können. Kapseln aus Cellulose stellen hier eine ideale Alternative dar.

Pflanzliche Zellwand als Kapselhülle

Cellulose kennt man aus der Natur als wichtigste Bausubstanz pflanzlicher Zellwände. Durch ihren rein pflanzlichen Ursprung besitzen die aus Cellulose gewonnenen Kapseln besondere Vorzüge – so sind sie frei von Gluten, Glutamaten, Stärke und Konservierungsstoffen. Die Kapseln verschließen den Inhalt sowohl luftdicht als auch feuchtigkeitsgeschützt, so dass sie auch für feuchtigkeitsempfindliche Inhaltsstoffe ideal geeignet sind. Nach der Einnahme gibt die Kapselhülle ihre Inhaltsstoffe gleichmäßig in den Magen-Darm-Trakt ab. Als wasserunlöslicher Ballaststoff wird die Cellulose abschließend einfach vom Körper ausgeschieden.

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Referenzmengen

Referenzmengen-Richtlinien für die Tageszufuhr

Mithilfe der RDA (Recommended Daily Allowance) wird die empfohlene tägliche Menge für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente definiert, um einer mangelhaften Versorgung vorzubeugen. In Europa werden die RDA von der EU festgelegt und zeigen Abweichungen zu den RDA der USA.

Das Problem mit der Individualität

Insbesondere der Bedarf an Vitaminen ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Stress, körperliche Aktivität bzw. Belastung, Schwangerschaft, genereller Gesundheitszustand oder das Lebensalter sind nur einige Aspekte, die Einfluss auf die Vitaminbedürfnisse eines Menschen haben.

Insofern können die Referenzmengen tatsächlich nur als „Referenz“, also als Orientierungshilfe gelten. Die Referenzmengen werden statistisch ermittelt und beziehen sich dabei im Normalfall auf gesunde Personen, die weder Medikamente noch Alkohol oder Zigaretten konsumieren. Eine individuell abgestimmte Dosierung ist somit also generell empfehlenswert – speziell jedoch wenn ein gesteigertes Vitaminbedürfnis vorliegt, z. B. während der Schwangerschaft oder in rekonvaleszenten Phasen.

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Makro- und Mikronährstoffe

Makro- und Mikronährstoffe – Mehr als nur Nahrungsversorgung

Schlicht ausgedrückt, benötigt der menschliche Körper Nährstoffe, um zu leben. Eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen sorgt für eine normale Entwicklung und unterstützt den Körper bei der Erhaltung seiner Gesundheit. Man unterscheidet bei den Nährstoffen zwischen Makro- und Mikronährstoffen.

Makronährstoffe – Die Energieversorger

Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) sind die Energielieferanten für unseren Körper. Diese großen Nahrungsbestandteile werden für den Stoffwechsel benötigt – sie besitzen jedoch auch noch weitere positive Eigenschaften und Aufgaben. Proteine, also Eiweiße, sind Bausteine für die Muskulatur und wirken zudem als Hormon, Enzym oder Antikörper. Ungesättigte Fettsäuren sind für unsere Zellen wichtig – sie werden für die Elastizität der Zellmembranen sowie für das Wachstum und die Regeneration der Zellen benötigt.

Mikronährstoffe – klein, aber von großer Bedeutung

Mikronährstoffe liefern im Gegensatz zu den Makronährstoffen keinerlei Energie. Im Stoffwechsel sind sie stattdessen innerhalb der Zellen selbst für die Funktionalität des Körpers aktiv, indem sie an dem Wachstum, der Erneuerung oder Bildung von bspw. Zellen, Haut, Muskulatur oder Botenstoffen beteiligt sind. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente machen den Hauptanteil der Mikronährstoffe aus. Zu ihren vielfältigen Aufgaben im menschlichen Körper gehört bspw. auch die Funktion gewisser Vitamine und Mineralstoffe als Antioxidantien, um die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

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Oxidativer Stress

Oxidativer Stress – Schneller altern, leichter erkranken

Ebenso wie allgemeiner Stress ist oxidativer Stress für den Körper belastend. Zudem beschleunigt er besonders den Alterungsprozess und begünstigt Erkrankungen. Grund hierfür ist, dass oxidativer Stress sich negativ auf die Reparatur- und Entgiftungsfunktionen der Körperzellen auswirkt und diese einschränkt.

Freie Radikale als Hauptverursacher

Oxidativer Stress wird besonders durch freie Radikale verursacht. Freie Radikale sind Teile sauerstoffhaltiger Moleküle. Sie können im Körper selbst durch bestimmte Stoffwechselprozesse sowie äußere Einflüsse (z. B. UV-Strahlung) entstehen oder gelangen durch den Verzehr bzw. das Einatmen bestimmter Stoffen wie Rauch oder Umweltgifte in den Körper.

Da den freien Radikalen ein Elektron fehlt, entnehmen sie dieses aggressiv von anderen Molekülen wie bspw. denen der menschlichen Zellmembran – diese Abgabe von Elektronen bezeichnet man als Oxidation. Da die somit bestohlenen Moleküle nun ebenfalls ein Elektron von anderer Stelle entnehmen müssen, entsteht eine schädigende Kettenreaktion. Das Resultat ist oxidativer Stress.

Aber auch Umstände, die den Körper in seiner Regenerationsfähigkeit einschränken, können Auslöser für oxidativen Stress sein. Entzündungen, Infekte oder andere Erkrankungen sind hierbei ebenso zu nennen wie exzessive körperliche Belastung oder allgemeiner Stress.

Antioxidantien als Schutzpolizei

Antioxidantien sind Radikalfänger. Sie reagieren mit den freien Radikalen und inaktivieren sie, so dass die Zellen vor der Oxidation geschützt sind.

Da der Körper nur eine geringe Zahl an Antioxidantien produzieren kann, müssen diese über die Nahrung aufgenommen werden. Verschiedene Mikronährstoffe wie Vitamin C, Vitamin E oder Beta-carotin (Provitamin A) sind bekannte Antioxidantien. Auch sekundäre Pflanzenstoffe, bspw. Carotinoide oder polyphenolische Verbindungen, gehören zu den Antioxidantien.

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Genfrei

„Genfrei“ – frei von gentechnischer Veränderung

Da Gene Bestandteile pflanzlicher und tierischer Organismen sind, ist der Begriff „genfrei“ faktisch unzutreffend. Er ist dennoch in der Umgangssprache recht verbreitet und beschreibt gentechnikfreie Produkte, d. h. Produkte, welche ohne die Verwendung gentechnisch veränderter Organismen hergestellt wurden.

Thema intensiver Diskussionen

Das Thema Gentechnik sorgt auch im Bereich der Lebensmittelproduktion für viele Kontroversen und Dispute. Befürworter sehen in der Verwendung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) viele Vorteile, welche die Kritiker mit Gegenstudien kontern.

Auch dem oft erbrachten Argument, dass Gentechnik ein wichtiger Weg zur Bekämpfung des Hungers in der Welt sei, wird mit der Begründung entgegengetreten, dass besonders soziale und politische Ursachen hinter dem Problem von Hunger und Mangelernährung stehen.

Die Schwierigkeit der Kennzeichnung

Nach EU-Recht müssen gentechnisch veränderte Organismen gekennzeichnet werden. Dies gilt auch für Produkte, die aus gentechnisch veränderten Zutaten bestehen. Wurden jedoch Tiere mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert, entfällt die Notwendigkeit einer Kennzeichnung. Ähnliches gilt für Zusatzstoffe, Vitamine und Aromen. Sind sie unter Verwendung gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt und anschließend von den Organismen gereinigt worden, so ist eine Kennzeichnung nicht erforderlich.

In Deutschland gibt es daher vom Verband „Lebensmittel ohne Gentechnik“ ein freiwilliges Logo („Ohne Gentechnik“) – allerdings finden sich auch hier viele Ausnahmen in Bezug auf die Tierfütterung, so dass eine vollkommen gentechnisch freie Ernährung der Tiere nicht gewährleistet ist.

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